Forschung: Stimmung und Antrieb

Was Übersichtsarbeiten zeigen, wie sicher die Belege sind und welche Studien Teilnehmende suchen.

Studien wöchentlich automatisch in den Registern gesucht und vor der Aufnahme geprüft · Übersichtsarbeiten monatlich, Stand 6. Oktober 2026 · So prüfen wir

Zu den Studienzentren ↓

Gut belegt

Die Autorinnen und Autoren stufen die Belege als mittel oder hoch ein. Das kann auch heißen: belegt, dass es nicht hilft.

  • Antidepressiva (SSRI) zur ErholungVerbessern die Selbstständigkeit nicht. Sie senken das Risiko einer späteren Depression, haben aber Nebenwirkungen.Belegsicherheit: hoch

    Frage fürs nächste Arztgespräch

    „Wofür nehme ich mein Antidepressivum, und welche Nebenwirkungen sollten wir im Blick behalten?“

    • Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI verbessern Behinderung und Selbstständigkeit nach dem Schlaganfall nicht, verglichen mit Scheinmedikament oder üblicher Behandlung. Sie verringerten das Risiko einer späteren Depression, führten aber häufiger zu Knochenbrüchen und wahrscheinlich häufiger zu Krampfanfällen.

      Wie sicher laut Autorinnen und Autoren: hoch

      Cochrane-ReviewQuelle: Legg und andere, Cochrane Database of Systematic Reviews, 2021 (englisch, öffnet PubMed in neuem Fenster)

Noch offen

Erste Hinweise, widersprüchliche Ergebnisse oder zu wenige gute Studien.

  • Behandlung der DepressionMedikamente und Psychotherapie können Depressionen womöglich seltener machen.Belegsicherheit: sehr niedrig · 2 Übersichtsarbeiten

    Frage fürs nächste Arztgespräch

    „Wie erkennen wir eine Depression bei mir früh, und welche Behandlung käme in Frage?“

    • Medikamente, Psychotherapie und beides zusammen können Depressionen nach dem Schlaganfall womöglich seltener machen. Nicht-invasive Hirnstimulation hatte darauf wenig bis keinen Einfluss. Medikamente gingen mit Nebenwirkungen an Nervensystem und Verdauung einher.

      Wie sicher laut Autorinnen und Autoren: sehr niedrig

      Cochrane-ReviewQuelle: Allida und andere, Cochrane Database of Systematic Reviews, 2023 (englisch, öffnet PubMed in neuem Fenster)

    • Eine Übersicht über 17 Studien mit 1.297 Betroffenen findet Hinweise, dass unter anderem verhaltenstherapeutische Ansätze depressive Beschwerden kurzfristig verringern können. Die Autorengruppe bewertet die Belegsicherheit insgesamt als sehr niedrig.

      Wie sicher laut Autorinnen und Autoren: sehr niedrig

      Quelle: Shi und andere, Clinical Rehabilitation, 2025 (englisch, öffnet PubMed in neuem Fenster)

    Ausführlich: Behandlung der Depression nach Schlaganfall

  • Bewegung bei DepressionAlle untersuchten Formen von Bewegung linderten depressive Beschwerden, Krafttraining am deutlichsten.Belegsicherheit: ohne Angabe der Autorinnen und Autoren

    Frage fürs nächste Arztgespräch

    „Welche Bewegung ist für mich sicher und könnte meiner Stimmung guttun?“

  • Hirnstimulation bei DepressionKönnte depressive Beschwerden lindern. Ein Cochrane-Review fand dagegen kaum Einfluss darauf, wie oft Depressionen auftreten.Belegsicherheit: ohne Angabe der Autorinnen und Autoren

    Frage fürs nächste Arztgespräch

    „Ist Hirnstimulation bei meiner Niedergeschlagenheit ein Thema?“

    • Magnetstimulation (rTMS) und Gleichstromstimulation (tDCS) könnten depressive Beschwerden nach dem Schlaganfall lindern und wurden meist gut vertragen. Die Aussagekraft ist durch kleine, uneinheitliche Studien begrenzt.

      Wie sicher laut Autorinnen und Autoren: eingeschränkt

      Quelle: Huang und andere, Frontiers in psychology, 2026 (englisch, öffnet PubMed in neuem Fenster)

  • Kräuterpflaster bei SchlafstörungenKönnten Schlaf und Stimmung verbessern, zur Sicherheit fehlen Belege.Belegsicherheit: sehr niedrig bis niedrig

    Frage fürs nächste Arztgespräch

    „Was hilft bei meinen Schlafproblemen nach dem Schlaganfall?“

    • Pflaster mit chinesischen Kräutern auf Akupunkturpunkten könnten Schlafqualität und Stimmung zusätzlich verbessern. Für Aussagen zur Sicherheit und zu dauerhaftem Nutzen reichen die Belege nicht.

      Wie sicher laut Autorinnen und Autoren: niedrig bis sehr niedrig

      Quelle: Xu und andere, Frontiers in neurology, 2026 (englisch, öffnet PubMed in neuem Fenster)

  • Medikamente bei unkontrolliertem Weinen oder LachenAntidepressiva können plötzliches Weinen oder Lachen womöglich seltener machen.Belegsicherheit: sehr niedrig

    Frage fürs nächste Arztgespräch

    „Ist mein plötzliches Weinen oder Lachen eine Folge des Schlaganfalls, und was hilft dagegen?“

    • Antidepressiva können plötzliches, schwer kontrollierbares Weinen oder Lachen nach dem Schlaganfall womöglich seltener und schwächer machen. Die Studien haben methodische Mängel, das Ergebnis ist mit Vorsicht zu lesen.

      Wie sicher laut Autorinnen und Autoren: sehr niedrig

      Cochrane-ReviewQuelle: Allida und andere, Cochrane Database of Systematic Reviews, 2022 (englisch, öffnet PubMed in neuem Fenster)

Einzelstudien: interessante neue Hinweise

Diese veröffentlichten Ergebnisse ergänzen die Übersichtsarbeiten. Sie sind keine Angebote zur Studienteilnahme und keine persönliche Behandlungsempfehlung.

Verhaltenstherapie bei Schlafproblemen

Randomisierte Studie, 126 Menschen mit Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma, 2025

Das Ergebnis: Eine angepasste Verhaltenstherapie verbesserte die berichtete Schlafqualität direkt nach der Behandlung stärker als Gesundheitsinformation. Bei der Erschöpfung gab es keinen statistisch gesicherten Unterschied zwischen den Gruppen.

Die Grenze: Untersucht wurden zwei unterschiedliche Erkrankungen gemeinsam. Die Ergebnisse lassen sich deshalb nur eingeschränkt auf Menschen nach einem Schlaganfall übertragen. Nach vier Monaten hatte sich der Schlaf in beiden Gruppen verbessert.

Für Ihr nächstes Gespräch: „Können wir meine Schlafprobleme gesondert von meiner Erschöpfung abklären?“

Originalarbeit: Ymer und andere, Journal of Rehabilitation Medicine (englisch, öffnet in neuem Fenster)

Studien, die Teilnehmende suchen

In Deutschland sucht dazu gerade keine Studie Teilnehmende, wohl aber in der Schweiz.

In Österreich sucht dazu gerade keine Studie Teilnehmende, wohl aber in der Schweiz.

  • Stimmung und Antrieb · Gedächtnis und AufmerksamkeitHypnose bei Aufmerksamkeitsproblemen und ErschöpfungOrte: LuzernZeitfenster: Zeitfenster laut Register nicht angegebenDetails anzeigen

    Hypnose als Ergänzung zur Behandlung, um die Aufmerksamkeit zu verbessern und Erschöpfung (Fatigue) zu verringern, bei Menschen nach Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma oder mit Multipler Sklerose. Eine erste Studie, ob das Verfahren funktioniert.

    Eintrag im Studienregister mit Kontakt zum Studienzentrum (englisch, öffnet in neuem Fenster)Englisch. Nummer NCT07256704, Stand 14. August 2026, hier aufgenommen am 6. Oktober 2026.

  • Stimmung und AntriebBeginnt baldVirtual-Reality-Brille gegen Angst und StressOrte: GenfZeitfenster: Ab 6 Monaten nach dem Schlaganfall, auch Jahre späterDetails anzeigen

    Ein Gerät mit Virtual-Reality-Brille soll Angst und Stress verringern, bei Menschen, deren Schlaganfall mehr als sechs Monate zurückliegt und die unter deutlicher Angst leiden.

    Eintrag im Studienregister mit Kontakt zum Studienzentrum (englisch, öffnet in neuem Fenster)Englisch. Nummer NCT07614373, Stand 29. Mai 2026, hier aufgenommen am 6. Oktober 2026.

Was „Belegsicherheit“ bedeutet
Hoch:
Weitere Forschung wird das Ergebnis sehr wahrscheinlich nicht ändern.
Mittel:
Das tatsächliche Ergebnis liegt wahrscheinlich nahe daran, kann aber deutlich anders sein.
Niedrig:
Das tatsächliche Ergebnis kann deutlich anders sein.
Sehr niedrig:
Das tatsächliche Ergebnis ist wahrscheinlich deutlich anders.

Die Stufe stammt von den Autorinnen und Autoren der jeweiligen Arbeit. „Nicht eingestuft“ heißt, dass die Kurzfassung keine nennt.

Neue Therapien: was es gibt und wie weit es ist

Belegt mit 9 Quellen

Die Angaben auf dieser Seite stützen sich auf Gesetze, Behörden und die Stellen, die die Leistung gewähren. Bitte lesen Sie im Zweifel dort nach: Gesetze und Beträge ändern sich, und für Ihren Fall gilt immer der aktuelle Text.

  1. Ymer und andere, Journal of Rehabilitation Medicine: Randomized controlled trial of cognitive behavioral therapy versus health education for sleep disturbance and fatigue following stroke and traumatic brain injuryBelegt: Verhaltenstherapie bei SchlafproblemenStand der Quelle: 2025. Von uns geprüft am 27.10.2026.
  2. Cochrane: Cochrane Handbook for Systematic Reviews of Interventions, Chapter 14: Completing ‘Summary of findings’ tables and grading the certainty of the evidenceBelegt: Die vier Stufen der Belegsicherheit und ihre Bedeutung.Von uns geprüft am 06.10.2026.
  3. Cochrane Database of Systematic Reviews: Selective serotonin reuptake inhibitors (SSRIs) for stroke recovery.Belegt: Antidepressiva (SSRI) zur ErholungStand der Quelle: 2021. Von uns geprüft am 06.10.2026.
  4. Cochrane Database of Systematic Reviews: Pharmacological, non-invasive brain stimulation and psychological interventions, and their combination, for treating depression after stroke.Belegt: Behandlung der DepressionStand der Quelle: 2023. Von uns geprüft am 06.10.2026.
  5. Clinical Rehabilitation: Effectiveness of non-pharmacological interventions for post-stroke depression in stroke survivors: A systematic review with meta-analysisBelegt: Behandlung der DepressionStand der Quelle: 2025. Von uns geprüft am 27.10.2026.
  6. British journal of hospital medicine (London, England : 2005): The Efficacy of Different Exercise Intervention Models and Dosages on Post-Stroke Depression: A Systematic Review and Network Meta-Analysis.Belegt: Bewegung bei DepressionStand der Quelle: 2026. Von uns geprüft am 06.10.2026.
  7. Frontiers in psychology: Efficacy of non-invasive brain stimulation for post-stroke depression: a systematic review and meta-analysis.Belegt: Hirnstimulation bei DepressionStand der Quelle: 2026. Von uns geprüft am 06.10.2026.
  8. Frontiers in neurology: Efficacy and safety of Chinese herbal acupoint application for post-stroke sleep disorders: a systematic review and meta-analysis.Belegt: Kräuterpflaster bei SchlafstörungenStand der Quelle: 2026. Von uns geprüft am 06.10.2026.
  9. Cochrane Database of Systematic Reviews: Pharmaceutical interventions for emotionalism after stroke.Belegt: Medikamente bei unkontrolliertem Weinen oder LachenStand der Quelle: 2022. Von uns geprüft am 06.10.2026.
Fragen

Stellen Sie Ihre Frage. Ich zeige Ihnen die Antwort auf dieser Seite oder eine geprüfte Antwort.