Spastik-Management
Spastik ist eine dauerhaft erhöhte Muskelspannung, die sich nach einem Schlaganfall über Wochen bis Monate entwickeln kann. Mehr als drei Monate nach dem Schlaganfall betrifft sie laut Leitlinie 17 bis 43 von 100 Betroffenen. Behandelt wird sie mit Dehnung und Schienen, Botulinumtoxin-Spritzen in einzelne Muskeln, Tabletten oder in schweren Fällen einer Baclofen-Pumpe.
Was tun?Sprechen Sie zunehmende Steifigkeit in der Praxis an und fragen Sie nach einer Spastik-Sprechstunde oder einem spezialisierten Zentrum. Legen Sie gemeinsam fest, was die Behandlung erreichen soll.
Warum das für Sie wichtig ist
Unbehandelte Spastik kann zu Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und bleibenden Kontrakturen führen. Frühzeitige und konsequente Behandlung erhält die Beweglichkeit und verbessert die Lebensqualität. Sprechen Sie Ihren Arzt aktiv auf Behandlungsmöglichkeiten an.
Häufige Missverständnisse
Viele denken, Spastik sei nicht behandelbar oder gehöre einfach dazu. Tatsächlich gibt es wirksame Behandlungen, besonders Botulinumtoxin (Botox) zur lokalen Muskelentspannung. Spastik sollte aktiv behandelt werden, da sie sonst zu dauerhaften Muskelverkuerzungen (Kontrakturen) führt.
Sie suchen eine Stelle, die Ihnen dabei hilft? Der Navigator zeigt Ihnen passende Anlaufstellen.
Im Detail
Spastik entsteht, wenn ein Schlaganfall Nervenbahnen schädigt, die Bewegungen steuern. Das Nervensystem passt sich an, und die Spannung in den gelähmten Muskeln bleibt erhöht; mit der Zeit verändern sich auch die Muskeln selbst. Meist ist die Spastik drei bis sechs Monate nach dem Schlaganfall am stärksten. Welche Behandlung in Frage kommt, hängt davon ab, wie weit sie sich ausbreitet: Bei örtlich begrenzter Spastik ordnet die Leitlinie Botulinumtoxin zu, bei größerer Ausbreitung Tabletten oder die Baclofen-Pumpe. Dehnen mit Schienen verringert die Spastik am Handgelenk, Lagern allein nicht.
Passende Anlaufstellen
Geprüfte Stellen aus dem Bereich „Reha & Therapien".
Bundesverband für die Rehabilitation der Aphasiker e.V.
Europas größte Selbsthilfeorganisation für Menschen mit erworbenen Sprachstörungen nach Schlaganfall. 16 Landesverbände, 17 Aphasie-Zentren, rund 250 Selbsthilfegruppen bundesweit.
Terminservicestelle 116117
Vermittelt gesetzlich Versicherten einen Facharzttermin, wenn die Wartezeit zu lang ist (§ 75 SGB V). Rund um die Uhr erreichbar, auch online buchbar.
neolexon Aphasie-App (DiGA)
Einzige DiGA im Bereich Schlaganfall: digitales Logopädie-Training bei Aphasie. Über 400.000 Übungsmöglichkeiten für Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben. Wirksamkeit durch Deutschlands größte Aphasie-Studie belegt (196 Patienten).
logopädieaustria – Berufsverband der österreichischen Logopäd_innen
Mit der Suche des Berufsverbands logopädieaustria finden Sie eine Logopädin oder einen Logopäden in Ihrer Nähe. Logopädie hilft nach einem Schlaganfall bei Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen. Sie können nach Fachbereich wie Aphasie oder neurogener Dysphagie, nach Umkreis, Kassenvertrag und Hausbesuchen in Ihrem Bezirk filtern.
AVOS – Ambulante Schlaganfall-Rehabilitation Salzburg
Wohnortnahe ambulante Therapie (Ergotherapie, Logopädie, Physiotherapie) für Schlaganfall-Betroffene im Land Salzburg. Zuweisung durch Ärzte oder Krankenhäuser. Auch Hausbesuche möglich.
Rehaklinik Gmundnerberg
Rehaklinik für neurologische Rehabilitation in Altmünster, seit 2010 in Betrieb, 150 Betten. Für Menschen nach Schlaganfall oder Hirnblutung in den Rehaphasen C und D, außerdem bei Parkinson, Multipler Sklerose und neuromuskulären Erkrankungen. Von der Österreichischen MS-Gesellschaft als MS-Zentrum zertifiziert.
Kliniken Valens – Neurologische Rehabilitation
Neurorehabilitation an 8 Standorten in der Ostschweiz mit neurowissenschaftlich fundiertem Konzept. Schlaganfall, Schädel-Hirn-Trauma, MS.
Rehaklinik Zihlschlacht – Neurologie
Größte neurologische Rehaklinik der Schweiz mit einem der modernsten Robotikzentren Europas. Spezialisiert auf Schlaganfall-Frührehabilitation.
REHAB Basel – Neurorehabilitation
Hochspezialisiertes Zentrum für Neurorehabilitation inkl. Hippotherapie und Musiktherapie. Enge Kooperation mit dem Universitätsspital Basel.
Belegt mit 1 Quelle
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- Deutsche Gesellschaft für Neurologie und Deutsche Gesellschaft für interdisziplinäre Neurorehabilitation: S2k-Leitlinie Therapie des spastischen Syndroms, Langfassung Version 6.1Belegt: Entstehung nach Schädigung motorischer Bahnen mit sekundären Muskelveränderungen und Weichteilkontrakturen; Häufigkeit mehr als 3 Monate nach Schlaganfall 17–42,6 %; Höhepunkt nach 3 bis 6 Monaten; Zuordnung Botulinumtoxin (fokal), orale Medikation und intrathekales Baclofen (ausgedehnt); Dehnen mit Lagerungsschienen verringert Spastik der Handgelenksbeuger, Lagern allein nicht; Management in spezialisierten Zentren.Von uns geprüft am 24.10.2026.
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